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Die 80er waren unter anderem das Jahrzehnt des Körperkults.

Ein neues Schönheitsideal entwickelte sich. Durch die Emanzipation der Frau stand sie z.B. im Jobleben plötzlich in direkter Konkurrenz zum Mann. So wollten Frauen nun nicht mehr so zart und mager sein, wie es in den Sechzigern modern war. Sie wollten eher starke Powerfrauen verkörpern, Macht und Siegessicherheit ausstrahlen. Körper wurden mit viel Sport geformt und sogar Bodybuilding war beim „schwachen Geschlecht“ erlaubt. Allerdings konnte auch gemogelt werden, denn Schulterpolster setzten sich durch und waren besonders beim Business-Dress der Frau sehr beliebt. Unterstrichen wurde das selbstbewusste Auftreten durch einen starken Parfum-Duft. Im Fitness-Jahrzehnt war Übergewicht unerwünscht. Natürliche Bräune und Sportlichkeit standen dagegen hoch im Kurs. Es wurde großen Wert auf Gesundheitspflege gelegt und der Trend ging mehr und mehr zurück zur Natur. So traten Frauen wie Nena z.B. mit Achselhaaren auf, die bei uns ja heute sehr ungern gesehen werden.

Die neue Trend-Sportart war Aerobic. Das spiegelte sich auch in der Mode wieder. Man trug körperbetonte Trikots und Leggings in knallfarben, dazu bunte Stirn- und Schweißbänder, Stulpen, sowie spezielle Schuhe. Dieser Modestil verbreitete sich bis in die alltägliche Tageskleidung. Auch wenn man nicht so sportlich war, gehörte zumindest sportliche Kleidung schnell zur Grundausstattung.

Durch den neuen Körperkult veränderte sich auch der Stil der Unterwäsche. Plötzlich brauchte man sich nicht mehr dafür schämen, was man unten drunter trug, denn die Erotik zog in diese Bekleidungssparte ein. Auch der Bikini erwachte zu neuem Leben. Auf gestählten Muskeln und gebräunter Haut machten sich grellfarbige Tops und Tangas besonders gut. Sie wurden nicht nur am Strand, sondern auch über T-Shirt und Bluse gezogen. Popikone Madonna wurde damit zur Trendsetterin. Allerdings lief der Einteiler dem Bikini schnell wieder den Rang ab.


Modeillustrierte für Frauen passten sich in ihrer Gesamtaufmachung langsam an die sogenannten Herrenmagazine an und geizten nicht mit nackten Frauenkörpern. So wurden der Gesellschaft ständig wohlgeformte Körper als Maß aller Dinge vor Augen gehalten. Langsam wurde dieser Kult aber auf die Spitze getrieben, da er nun dazu führte, dass Schönheitsoperationen zur Normalität wurden.